Sonntag, 31. Januar 2010

ein leerer raum mit sonne.

lieber leser. ich weiß, es ist nicht leicht, diesen blog zu verfolgen. erst wird zu viel geschrieben. dann wird wieder gar nichts geschrieben. um nun meine handvoll starke stammleserschaft zu beglücken, folgt an dieser stelle wieder ein blogeintrag. ich weiß, irgendwie ungewohnt, aber doch schön. so wie immer. mit modischer kurzhaarfrisur und frisch gestutztem 3-tage-bart geht es nun also an die erinnerung der letzten beiden wochen.

wie schon geschrieben, haben wir in den ersten beiden wochen nur vorlesungen gehabt. das war zum teil recht zäh. auflockerung gab es kaum. nur diese eine palpationsübung, von der ich geschrieben habe. und noch eine op-einführung, bei der uns gezeigt wurde, wie wir uns steril waschen und auch ohne schwesterliche hilfe steril in den modisch-grünen op-kittel schwingen können. das war zwar interessant, aber trotzdem nicht viel neues. naja.

die letzte woche verbrachte ich dann endlich im krankenhaus auf der gyn-station. wir wurden abwechselnd auf station und im op eingesetzt. montag morgen hat jeder student einen eigenen arzt zugewiesen bekommen, dem er dann die woche über gefolgt ist. meine ärztin war recht unauffällig. sie hat sich aber viel mühe gegeben und mir einiges erklärt. da man eine gyn-untersuchung nicht allein durchführen darf, bin ich ihr also die ganze zeit gefolgt und hab ihr bei den untersuchungen und gesprächen assisitiert. ab und zu durfte ich dann auch mal selbst untersuchen und wurde dabei angeleitet. ganz ok eigentlich. um einen allgemeinen einblick zu bekommen, durften wir auch jeden zweiten tag mit in den op. dabei waren wir oft zweiter assistent. das heißt steril waschen, anziehen und dann mal einen kleinen haken halten. das war ziemlich interessant, weil wir dadurch direkt am op-tisch stehen durften und somit 'direkt vor ort' waren und teilweise besten einblick hatten. ich hab also 2 gebärmutterentfernungen und zysten-ops gesehen. toll. ansonsten haben wir ab und zu seminare, um gewisse themen zu vertiefen. diese woche ging es um verhütungsmittel, gyn-fälle in der notaufnahme und inkontinens. wir decken also ein breites spektrum ab. find ich gut. auch wenn wir dadurch fast jeden tag von 8h bis 16.30h im krankenhaus waren. freitags gibts zusätzlich noch sogenannte vertiefungsseminare, wo wir im vorraus zu zweit ein ganz bestimmtes thema vorbereiten müssen, um es dann am freitag dem rest unserer kleingruppe (insgesamt 6 studenten, in deutschland fast undenkbar) vorzutragen. wir haben für dieses seminar sogar einen ganz netten professor abbekommen. allerdings hat er sich 'zu lehrzwecken' etwas eigene arbeit in unsere seminarzeit gelegt. so durften wir zugucken, wir er im op gewebeproben eines vaginaltumors und hautkrebses genommen hat. das war zwar echt interessant, allerdings hat uns diese zeit für unser seminar gefehlt und wir mussten am ende durch unsere vorbereitete themenpräsentation rauschen. undankbar. naja, morgen gehts wieder auf station. diesmal (rotationsbedingt) in ein anderes krankenhaus in der stadt. ich bin gespannt.

was gibt es sonst noch zu berichten? ich hab neulich morgen mein frühstück (cornflakes mit joghurt) zeitlich nicht mehr zu ende bringen können. deswegen musste ich es leider beiseite stellen. als ich dann am späten nachmittag nach hause gekommen bin, hatte es schon eine konsistens angenommen, von der ich bisher nur geträumt habe. ein sehr weicher traum. um auch die letzten leser nicht zu vergraulen, werde ich auf bildliche erläuterungen nicht weiter eingehen. aber es war ein genuss..

letztes wochenende war matt zu besuch in göteborg. wir haben ihn in kiruna auf unserer hundeschlittentour kennen gelernt. das haben wir natürlich genutzt, um mal wieder ein wenig durch göteborg zu streunen. ziel war diesmal die 'älvsborgsbron', eine riesige brücke im westen der stadt, direkt vor dem meer gelegen. ziemlich schön.

deshalb gibt es hier mal wieder etwas zu gucken.

musik der letzten wochen:

für alle, die sich mal wieder den seitenscheitel zurecht gekämmt und das rote karohemd angezogen haben, gibt es hier was neues von 'get well soon'.

get well soon - angry young man.

für alle, die sich genauso wie ich auf den sommer freuen, um dann wieder im auto mit offenem fenster übers land zu fahren und den gekämmten seitenscheitel und das karohemd in die luft zu halten, gibt es folgendes (50 sekunden warten lohnt sich in diesem fall durchaus).

the weakerthans - sun in an empty room.

für alle, die mal wieder gediegen während einem wahnsinnslied trommelartig auf den oberschenkeln rumklopfen wollen, hab ich das hier.

white rabbits - gun percussion.

und für alle, die genauso wie ich neidlos anerkennen müssen, dass 'scrubs' nicht nur die lustigste, sondern auch die tiefgängigste serie überhaupt ist, gibt es diesen link.

the fray - how to save a life (featured on scrubs).

das waren viele links. aber ich hatte ja auch einige zeit aufzuholen. viel spass damit. oder auch nicht. jedenfalls bis bald, lieber leser. lass uns treu bleiben.

Donnerstag, 14. Januar 2010

ein neuer roter faden.

lieber leser. das neue jahr ist ja bekanntlich angelaufen und da mir lena einige denkanstöße zwecks blog-layout gegeben hat, hab ich mich nun also auch an meinen blog gesetzt und die letzten 2h damit verbracht, hier etwas neues, nicht zu auffälliges und stilsicheres zu schaffen. ich bin soweit zufrieden und hoffe, dass es ins auge sticht. sollten irgendwo fehler oder ungereimtheiten auftreten, dann bitte bei mir melden.

nun ist auch schon wieder meine erste woche in schweden rum. irgendwie schneller als gedacht. am montag ist die uni angelaufen. irgendwie ungewohnt nach anderthalb monaten ferien mit weihnachtsheimataufenthalt. naja, was muss das muss. für die nächste zeit heißts dann erstmal 'gynäkologie'. zusammen mit cori, kathi und lena. wir haben den kurs alle gewählt. kinderheilkunde folgt dann erst später im märz. gyn fängt mit 2 wochen einführungsvorlesungen an. nichts besonderes also. hinsetzen und zuhören. ganz langsam anfangen. ätsch. am montag musste die kleingruppe von lena und mir zur 'palpationsübung' ran. wir haben uns dann schonmal auf irgendwelche puppen eingstellt, die es zu untersuchen galt. aber nun ja, wie schon öfters gesagt, achten die schweden bei der medizinerausbildung sehr auf praxisorientierung. so auch im gynkurs.

musik des abends: ganz neue, ganz heiße, ganz frische musik für das neue jahr.

ellie goulding - wish i stayed
marina and the diamonds - obsessions

was soll man dazu sagen? hinhören, sagt:

Donnerstag, 7. Januar 2010

välkommen tillbaka.


Mittwoch, 16. Dezember 2009

von lichtern, liedern, essen & küssen.

nach einem flug mit einer stunde verspätung und einem tollen weiteren einstündigen warten vor einem gepäckband mit dem wunsch, dass es sich doch bewegen möge und mir meine tasche zurück gebe, sitze ich nun auf meiner kleinen couch in zschornewitz und lasse die letzten tage revue passieren. wir haben die zeit wirklich intensiv genutzt. deshalb hier nun eine abhandlung in 5 akten. und, da ich meine kamera diesmal immer dabei hatte, gibts auch einiges an fotos zu sehen..

am freitag abend hat die stadt göteborg sozusagen 'offiziell' die weihnachtszeit eingeläutet. dazu wurden am götaplatsen (kulturelles zentrum) einiges an technik aufgebaut. gegen 18h marschierte dann recht eindrucksvoll ein riesen chor per fackelmarsch über die avenyn auf den göteplatsen ein und verbreitete anschließend etwas musikalische weihnachtsstimmung. zwischendurch wurden immer wieder kleinere und größere reden gehalten. desweiteren wurde das thema des diesjährigen weihnachtens angepriesen: 'kärlek' - 'liebe'. dazu später aber noch mehr. zum abschluss wurde dann auf der fassade des kunstmuseums ein weihnachtsfilm gezeigt. ziemlich eindrucksvoll.

hier gibt es einige bilder vom freitag.

nachdem ich den samstag ein wenig für diverse weihnachtsgeschenkeinkäufe genutzt habe, wurde dann abends zur 'weihnachtsfeier im helmuts' eingeladen. cori, kathi, timo und marcus haben dafür die küche in eine gefühlsechte winter-weihnachts-landschaft verwandelt. das ganze lief unter dem thema 'backen', sodass es einiges an pfefferplätzchen, kuchen, florentinern, mintkeksen undundund gab. sehr lecker. und auch bauchwehverdächtig aufgrund einiger roher-teig-essen-aktionen (meinerseits). weiteres highlight des abends war die präsentation des männlichsten bieres, dass ich je getrunken habe. marcus und timo haben sich am bierselbstbrauen versucht. geschmackstest: bestanden. note: hervorragend. setzen. abends wurde dann auch noch die gitarre herausgeholt und die finger wund gespielt und die lippen trocken gesungen. im morgengrauen ging es dann langsam ins bett. ein toller abend.

bilder für alle neugierigen gibts hier.

dementsprechend war der sonntag morgen von vorsichtigem und verhaltenem ausschlafen sowie küchenaufräumen geprägt. und abends haben wir uns dann etwas kultur gegönnt. wir sind in die vasakyrkan (=kirche) gegangen, um uns das diesjährige 'lucia'-konzert anzuschauen. das luciafest wird in schweden immer am 13.12. gefeiert. lucia ist eine art lichtgestalt, welche die dunkle winterzeit erhellen soll. das wird in schweden recht groß aufgezogen. viele mädchen ziehen sich als lucias an, indem sie weiße roben mit roten oder blauen schärpen tragen. weiterhin wird eine offizielle lucia gewählt. das konnten die göteborger seit anfang dezember machen. per telefonvoting oder sms. dazu wurden bilder der 7 anwärterinnen in den großen kaufhäusern ausgehangen. auf jeden fall muss man als lucia singen können. am abend wurde dann in der kirche nämlich ganz viel gesungen. ein großer kirchenchor trat auf, sowie der diesjährige 'lucia-trupp' mit den 7 mädels und ihrer frisch getauften und krönchen tragenden 'lucia'. in der kirche herrschte eine ganz besondere athmosphäre. überall sah man pärchen zusammenrücken und küssen. ob jung oder alt. da machten die schweden keinen unterschied. war ganz putzig anzusehen.

hier einige fotos von der vasakyrkan und dem konzert.

montag hieß es dann zum ersten mal richtig abschied nehmen. cristina lud zur abschiedsfeier ein, um danach wieder endgültig richtung norwegen aufzubrechen. das gemütliche zusammensitzen fand bei irena statt. da sie privat bei einem schwedischen paar in deren riesen wohnung mit wohnt, konnten wir deren tolles wohnzimmer nutzen. echt nett. außerdem hatten irena's gasteltern noch besuch. und dieser besuch brachte 'watson&crick' mit. zwei ganz liebe hunde, die ungefähr so groß wie ich waren und sich gerne kraulen ließen.

hier gibts also einige hübsche gesichter und echte tiere zu sehen.

zu guter letzt kommt nun also noch der dienstag. und da hieß es 'traditionelles schwedisches weihnachtsessen'. die medizinerfachschaft organisiert ja ab und zu für die austauschstudenten verschiedene aktivitäten. diesmal haben wir uns zum basteln und kochen getroffen. das essen war wirklich sehr, sehr gut. auf dem tisch standen die leckersten sachen zur auswahl. kartoffel-zwiebel-gratin, köttbullar, kleine würstchen, rosinenbrot, 'vollkornbrot', eier mit stör, grünkohl, rosenkohl, eingelegter hering, geräucherter lachs mit dill-senf-sauce, milchreis mit fruchtsaft, knäck, pfefferkuchen, undundund. mir läuft jetzt noch das wasser im mündchen zusammen. nach dem essen wurden auch noch einige weihnachtslieder gesungen. da so viele unterschiedliche nationen vertreten waren, haben wir also schwedische, englische, tschechische, deutsche, französische und sogar chinesische lieder gesungen. anschließend sind wir noch in die stadt geschlendert, um was trinken zu gehen. dort habe ich dann auch endlich ein foto einer 'pusstation' machen können, eine 'kussstation'. ein beleuchtetes herz in einem kreis, in dem man nach herzenslust rumknutschen kann. wenn man jemanden zum gegenseitigen austausch findet. fein.

basteln, kochen, essen, singen und knutschen gibts hier.

wenn du, lieber leser, nun hier angelangt bist, dann herzlichen dank fürs lesen. ich hoffe, es war eine gute geschichten-les-und-dabei-bilder-anschau-ablenkung deines tages. gleichzeitig war das auch die letzte schwedische berichterstattung in diesem jahr. schön war's.

zum abschluss noch ohne großes trara die musik des letzten tage, um den abend gediegen ausklingen zu lassen:

the submarines - brightest hour

Freitag, 11. Dezember 2009

ich bin dabei.

nun ist die woche schon wieder fast rum und ich bin immer noch dabei, meine zeit hier verstreichen zu lassen. tut ganz gut, mal nicht ständig was für die uni machen zu müssen. irgendwie find ich auch immer wieder etwas, um mich zu beschäftigen. entwerder durchs hagaviertel schlendern, die altstadt im sonnenschein genießen, studentenpubs erkunden, kaffee trinken gehen, lussekatter essen oder klausuren schreiben...

...ja, richtig gehört. gestern stand meine schwedisch-abschluss-klausur auf dem plan. hab sie zusammen mit kathi&cori geschrieben. da wir die punkte durch unsere 'anderes' medizinstudiensystem aber nicht brauchen, sind wir also völlig entspannt an die sache rangegangen und schauen nun mal, was am ende dabei rauskommt. mit der klausur hieß es nun aber auch abschied von ingrid nehmen. leider konnte ich die letzten 3 schwedischkurse durch västerås, z'witz und kiruna nicht mitmachen. trotzdem hat mich ingrid natürlich sofort wiedererkannt und mir ein besonders hübsches lächeln geschenkt, als sie mir die klausur in die hand gedrückt hat. ganz verstohlen und aus der letzten reihe hab ich ein kleines abschiedsfoto geschossen, welches man im kommenden album bewundern kann. ganz in grau und mit verschränkten armen steht sie da wie ein scheues rehkitz. leider nicht ganz scharf und etwas weit weg.

ansonsten haben wir uns gestern den weihnachtsmarkt in liseberg angeschaut. zur erinnerung: das ist dieser 'große' vergnügungspark. dieser wird dann immer zu weihnachten in eine weihnachtliche winterlandschaft verwandelt. normalerweise kostet das 7euro eintritt. gestern war aber irgendein jubiläum und deshalb haben wir nur 1euro bezahlt. drinnen war es auch ganz schön. viele tolle lichterspiele und eine ganz nette athmosphäre. leider hat der schnee gefehlt. man konnte natürlich an den verschiedensten ständen 'einheimisches' handwerk erwerben. außerdem gab es viel zu essen und zu trinken. wir haben uns dann mal einen 'glögg' gegönnt. so eine art glühwein, nur viel kleiner, viel süßer und ohne alkohol, weil in schweden öffentlich kein alkohol ausgeschenkt werden darf. in dem 'glögg' waren dann 5 rosinen und 2 mandeln, die man mit rauslöffeln konnte. dazu gab es einen kleinen pfefferkuchen. eigentlich ganz lecker. allerdings mit 'gepfeffertem' preis. 2euro für die größe von 2 schnapsgläsern ist schon ordentlich. trotzdem wars schön.

ingrid und die bilder aus liseberg gibts hier.

außerdem: ich hab meine hno-klausur bestanden. darüber bin ich natürlich mehr als zufrieden. sollte bei euch also mal die nase laufen und ihr seid euch nicht sicher, ob der rotz nun milchig-weiß oder eher apfelgrün ist, kommt zu mir! ich mach das dann schon..

musik der letzten woche und allgemein monate: ein lied, welches mich seit anfang des jahres begleitet. von vielen geliebt. von vielen gehasst. in dieser version aber einfach wunderschön. mit einem fulminaten beginn und einem noch größeren finale.

hach

musik des tages: die aktuelle single von '30 seconds to mars'. auf gewohntem niveau. endlich mal wieder was für meine rockige seite und meine emo-attitüde. mit leisem keyboard, dickem schlagzeugeinstand, deftigen gitarren, einem piano-mittelteil, sehr viel pathos, vielen nach oben gestreckten armen, einem hübschen jared leto, sanftem licht. und fahrrädern. alles, was ein gutes rockvideo braucht.

30 seconds to mars - kings&queens

und noch was in eigener sache, um meine gefühle im allgemeinem und besonders diesem wochenende auszudrücken. ich benutze selten großbuchstaben und ausrufezeichen. diesmal ist es angebracht: BAMMT!

Montag, 7. Dezember 2009

ein handtuch, das nach holz, schweiß & eis riecht.

da bin ich wieder. zurück unter den lebenden bloggern. 4 1/2 tage auf dem weg nach, in und auf dem weg zurück aus kiruna im norden schwedens. wo die hunde noch heulen. der schnee noch liegt. und es viele dinge zu erleben gibt. schöne und eher nicht so schöne. aber nun in ruhe von vorne.

am letzten dienstag bin ich wieder nach göteborg geflogen. mit so einem komischen gefühl im hals, das nicht so viel gutes erwarten ließ. mittwoch hatte ich dann die gewissheit. halsschmerzen. schluckbeschwerden. und die stimme schon schön krächzig. der hno-kurs lässt grüßen. wurde über den tag auch schlimmer. nachmittags um5 haben wir unseren nachtzug richtung kiruna genommen. irena, kathi & marcus konnten ihr glück kaum fassen. ich war zwar dabei, konnte aber kaum mehr was sagen und saß deswegen still in meinem eckchen. war aber trotzdem eine ganz entspannte zugfahrt. wir hatten ein 6er-abteil mit schlafliegen auf engstem raum. später ist noch ein schwedischen pärchen dazugestiegen. somit war unsere kabine komplett. zwischendrin wurde dann die meiste zeit erzählt. ich gefiehl in der rolle des zuhörers. und es wurde das ganze proviant verspeist. danke, oma, für die plätzchen. haben allen geschmeckt! wir haben relativ früh die schlafliegen vorbereitet, weil das pärchen schon morgens halb7 in umeå aussteigen musste und etwas schlaf abgreifen wollte. wir lagen dann also pro seite zu dritt übereinander. jedenfalls durfte man im schlaf nicht plötzlich hochschrecken, weil wir nur knapp einen halben meter platz über uns hatten. also haben wir sehr vorsichtig geschlafen.

am nächsten morgen waren die beiden anderen schon verschwunden, als wir aufwachten. lappland hat uns mit jeder menge schnee begrüßt und einem tollen sonnenaufgang, der eigentlich keiner war, weil die sonne da oben den ganzen tag so tief steht. mich persönlich begrüßte lappland mit weiterer eingeschränkter beweglichkeit meiner stimmbänder. supi. gegen um2 sind wir dann endlich in kiruna angekommen und haben das letzte tageslicht genutzt, um unser hostel zu finden. das kleine niedliche haus lag auch recht zentrumnah, sodass wir unser gepäck abgestellt und direkt in die stadt gelaufen sind. viel war allerdings nicht los. haben ein wenig die straßen abgegrast und sind dann aufgrund der aufkommenden kälte wieder zurück gegangen. noch kurz am lokalen ica vorbei, nudeln&co. gekauft und ab ins hostel. da gabs dann lecker spinatpasta. ich hab mich hinterher schnell ins bett gemacht, um möglichst viel schlaf vor unserer schlittentour abzukriegen.

und siehe da. der freitag morgen begrüßte mich mit meiner eigenen lieblichen knabenstimme. ich war zurück. bereit um mit sinnlosen kommentaren alle zu nerven. bereits am frühstückstisch wurde ich mit einem freundlichen 'ohne deine stimme war es irgendwie angenehmer' begrüßt. das spornte mich natürlich zu weiteren sinnlosen kommentaren an. und das lachen tat dann auch nicht mehr so weh. wir wurden in einem uralt-armee-sonstwas-geländefahrzeug abgeholt. dann ging es in den norden von kiruna. auf einer lichtung im wald erblickten wir den startpunkt unserer tour. dort verstauten wir in einem kleinen häuschen unser überschüssiges gepäck. schließlich ging es mit den richtigen vorbereitungen los. die schneemobile wurden rausgeholt, die hunde angeleint, die schlitten bespannt, die fotoapparate bereitgehalten, die füße gewärmt, die mützen tiefer gezogen, der moment genossen. die hälfte der gruppe startete mit den schlittenhunden, die andere hälfte setzte sich auf einen riesen schlitten hinter einem schneemobil und startete so die reise. dann ging es durch die herrliche winterlandschaft von lappland. durch die schneewälder, vorbei an einsamen kleinen häuschen, auf den zugefrorenen see und den morgenrot-abend-sonnenstrahlen entgegen. da die sonne nie richtig aufging, war die athmosphäre ganz komisch. man wusste nicht, ob das licht nun zum beginnenden oder endenden tag gehörte. das letzte stückchen zu unserem camp musste wir im paddelboot zurück legen, weil der fluss noch nicht richtig zugefroren war. spannend! im camp angekommen haben wir uns die zeit dann mit verschiedensten dingen vertrieben. unsere hütten inspizieren, den kamin startklar machen, holz hacken, rodeln, schnee bestaunen, nachttouren auf dem see machen, nach nordlichtern ausschau halten, rentierfleisch&'einheimischen' fisch essen, sich in der heißen sauna mit frisch vom zugefrorenen see abgeschlagenem eis abkühlen, handtücher vollschwitzen, ski fahren, die klare morgenluft genießen. die beiden tage gingen viel zu schnell vorbei.

am samstag machten wir uns wieder mit schlittenhunden und schneemobilen auf die rücktour. danach wurden wir in kiruna abgesetzt und ließen den abend mit gemeinsamen kochen und ein paar doofen spielen ausklingen.

ehe unser flugzeug in kiruna startete, haben wir die zeit genutzt, um uns noch ein kleines stück von kiruna anzuschauen. im morgenlicht ist das auch besser, weil man da immerhin was sieht. man hat ja effektiv nur knapp 6h dort oben mit tageslicht. mit dem taxi ging es dann zum flughafen. besagtes taxi hab ich morgens per telefon bestellt. war mein erstes rein schwedisches telefonat und die nette dame & ich haben uns super verstanden. als das taxi auch wirklich kam, wusste ich, dass ich das meiste halbwegs richtig gesagt haben muss. der flughafen war so unglaublich klein, dass wir dachten, dass wir an dem tag alleine zurückfliegen. das flugzeug füllte sich dann aber doch noch ausgiebig. beim einchecken wurde von mir ein fingerbabdruck per scanner aufgenommen. damit konnte ich dann direkt einchecken. direkt ohne boardingcard sozusagen. hab ich auch noch nicht gesehen. über stockholm ging es zurück nach göteborg. und, hier bin ich wieder!

hier gibt es bilder aus kiruna

musik des tages: aufgrund der durchweg positiven resonanz auf meine musikkolumne und dem schier nicht abreißenden sturm auf diesen blog, versuche ich natürlich immer aktuell zu bleiben, um alle leute zu 'bedienen', die das hier lesen. deswegen gibt es heute mal ganz hippe, neue musik von miike snow (teilweise aus schweden).

miike snow - back&blue

Dienstag, 1. Dezember 2009

den moment genießen.

göteborg im regen. sonne in berlin. dürüm in der besten gesellschaft, die man sich vorstellen kann. deutsche bahn fahren. bahnansagen mit tiefstem sächsischen dialekt. angekommen sein. fahrt mit dem 332-bus. erinnerungen an schulzeiten. erstaunte gesichter zuhause. ich hab's wirklich geschafft. zurück in berlin. backen mit gemüse. kochen mit gemüse. couch mit fernseher. mit günstigem bier in die ubahn. durchschnittliches konzert in tollem ambiente. schöner abend mit vielem, was aufgeholt und besprochen werden muss. hauptstadt bei tageslicht. irgendwie kommt mir alles größer vor. zurück nach z'witz. viel und gutes mittagessen. selbtgebackene kekse. tage mit viel abwechslung. viele hübsche und nette menschen. in wittenberg. in dessau. unterwegs mit neuem mixtape. deutschpop teil eins. deutschpop teil zwei. fahrten durch die nacht. gespräche. durchschnittliches 'lost'-staffelfinale auf neuer couch. mehr fragen als antworten. wie immer. 'tschüss' sagen. berlin im regen. göteborg im sonnenschein. eiszapfen auf den wegen. ein wundervoller wintertag...