Donnerstag, 22. April 2010

det strålar från mitt hjärta.

heute war ein komischer tag in göteborg. das wetter hat es mal richtig april'isch mit uns gemeint. morgens zogen dicke wolken auf, um dann von strahlendem sonnenschein abgewechselt zu werden, ehe die stadt dann in einem großen graupelschauer unterging. aber ich lass mir von sowas natürlich nicht die laune vermiesen. außerdem hab ich immer das passende lied für die jeweilige situation in den ohren. 'the xx' haben mir zum beispiel den ersten großen regenschauer versüßt, während ich im bus sitzend den menschen beim durchs-wasser-waten zugesehen hab. oder neulich im supermarkt, da war amy macdonald bei mir, als ich auf der suche nach den tollen halbierten dosen-pfirsichen war. leider war meine suche erfolglos und ich musste in den letzten tagen notgedrungen auf him-&blaubeeren in meinem frühstücksgematsche umsteigen. ein weiteres beispiel, 'the antlers'. mit deren musik in den ohren entfalten die krankenhauseingangsbereiche eine enorm beruhigende wirkung auf mich, egal ob ich ins sahlgrenska universitetssjukhus oder ins östra sjukhus reinlaufe. da ist für einen kurzen moment nochmal alles ok.

ansonsten fallen mir in letzter zeit immer wieder kleine alltägliche dinge auf, die ich wohl in deutschland vermissen werde. die sonnenuhr am korsvägen zum beispiel, welche auf der seite angebracht ist, von der meine bahn in richtung wohnheim abfährt. sie funktioniert vortrefflich. und wenn ich sie sehe, weiß ich, dass der freie teil des tages angefangen hat. oder die möwen, die man sogar am wohnheim hört und die das göteborger hafengefühl ausmachen. oder die polizisten, die im strahlendem nachmittagssonnenschein am brunnsparken auf ihren schönen pferden patroullieren. oder die ganzen snus-dosen, die man hier bei fast allen durch die hosentasche durchscheinen sieht. oder auch der alte dicke dackel, dessen bauch fast auf dem boden schleift und der mir des öfteren hier in der nähe über den weg läuft. hach.

letzten samstag war ich im 'konserthuset' bei 'the göteborg string theory'. das ist ein musikprojekt, bei dem lokale göteborger musiker mit berliner symphonikern zusammengearbeitet haben. dabei wurden dann entweder reine orchesterstücke oder eben lieder der jeweiligen musiker mit orchesterbegleitung aufgeführt. mit dabei waren unter anderem josé gonzález oder auch 'ebbot' von 'the soundtrack of our lives'. sehr, sehr interessant. war eine tolle mischung und hat mich wirklich begeistert. der jubel, als josé gonzález auf die bühne kam, war mal wieder unbeschreiblich. die göteborger saugen echt alles gierig auf, was dieser mann zustande bringt. der abend war auch wie gemacht dafür, um einen querschnitt durch die schwedische modewelt zu ziehen. überall gab es hochgekrempelte hosen, schicke kleidchen, leggings mit langen t-shirts, unterhemden mit rausguckendem brusthaartoupet, feinste anzüge, hochgesteckte frisuren oder auch 50er-jahre-brillen, die größer als das sie tragende gesicht waren, zu sehen. wunderbar.

im krankenhaus gibts nicht viel neues. nach dem relativ durchwachsen-spannenden radiologiekurs in der letzten woche, bin ich momentan auf der neonatologie eingeteilt. das läuft alles in allem ziemlich ruhig ab. wie haben viele seminare und untersuchen ab und zu die kleinsten der kleinen, bevor sie nach hause dürfen. meine ärztin wurde mehrmals angepullert. die kleinen, die ich untersucht habe, hielten sich aber freundlicherweise zurück. was schon erstaunlich ist. wenn die nämlich realisieren würden, wo denen überall hingeguckt und angefasst wird, wären sie bestimmt nicht so gut gewillt. ha, trotzdem konnte ich sie irgendwie immer einigermaßen besänftigen.

musik des heutigen tages:

kent - hjärta (hui, das ist wirklich schwedisch!)
hurts - wonderful life (tanzend in die 80er..)

Montag, 12. April 2010

fließend durch die nacht.

samstag war ein toller tag. samstag war ein schöner tag. der fühling hat sich da nämlich vollkommen breit gemacht in göteborg. es waren knapp 20grad in der sonne und somit konnte ich meine shoppingtour teils ohne jacke machen. ich bin diesmal durch die halbe stadt gelaufen und hab auf die tram verzichtet, weil ich das schöne wetter genießen wollte. überall waren menschen und haben sich durch die kleinen gassen geschlängelt. die cafés hatten selbstredend alle offen und überall wurden eifrig stühle und tische auf die straße gestellt, sodass die leute folglich alle draußen saßen. war eigentlich ganz niedlich anzusehen, wie die nasen richtung sonne gestreckt wurden. abends war ich mit kerstin und simon im 'röda sten' tanzen. drum'n'bass-party. ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber das ist nicht so wichtig. viel toller war nämlich unser weg zum club. da das 'röda sten' direkt am wasser liegt, haben wir die fähre vom hafen aus genommen. das war wirklich toll. nachts halb 12 durch göteborg aufm schiff fahren. den nachtwind um die jacke wehend. die stadt war unglaublich ruhig, man hat fast nichts gehört. aber dafür war sie umso schöner ange- und beleuchtet. hach, das hat man schon nicht aller tage.

ansonsten habe ich mich gestern abend ein wenig in die gute hier verguckt:

eine flasche joghurt mit weißem pfirsich und weißer schokolade. die schweden betreiben eine sehr breite joghurtkultur, wie ich finde. man sieht fast nur diese 1-liter-flaschen und dann auch noch in den verschiedensten sorten. und als ich gestern abend einkaufen war, ist sie mir direkt ins auge gestochen. und ich kann euch sagen, sie schmeckt vorzüglich. leider ist die flasche nicht sehr nett zu mir und möchte schon jetzt kaum noch etwas aus sich herausgeben. naja..

noch eine kleine einführung in die schwedische sprache. uns fällt immer wieder auf, wie einfach die schweden eigentlich reden. also sie umschreiben dinge nicht kompliziert, sondern nennen das naheliegendste. so stand in unserem mietauto z.b. beim airbag 'krockkudde' = 'aufprallkissen'. heute hatten wir eine nierenvorlesung. manchmal kommt es vor, dass die beiden nieren an ihren enden zusammen wachsen. sie sehen dann wie ein hufeisen aus. deshalb heißt das auf deutsch auch 'hufeisenniere'. auf schwedisch sagt man 'hästskonjure' = 'pferdeschuhniere'. faszinierend.

musik des wochenendes, schon in vorbereitung auf das nächste wochenende:

supershirt - nachtjacke

Donnerstag, 8. April 2010

nicht mehr lang.

der frühling ist mittlerweile in göteborg eingezogen. morgens wird es wieder früher hell. abends hat man schon so langsam ein tolles sommergefühl, wenn man bei milden temperaturen gegen 20uhr durch die stadt läuft und die letzten sonnenstrahlen einfängt. die zeit rennt mir hier davon. in 2 monaten ist alles vorbei. grund genug also, die letzten 3 wochen zu rekapitulieren.

wo fange ich denn am besten an. eigentlich ist ganz schön viel passiert. schweife ich also mal kurz in richtung schreiender, bockender, lachender und pullernder kinder ab, mit denen ich mich momentan des öfteren beschäftige. der pädiatriekurs läuft eigentlich ganz gut. nicht zu unrecht wird dieser kurs (auch in deutschland) ziemlich am ende des studiums eingeführt. mir ist das am anfang gar nicht aufgefallen, aber wenn man auf die vorlesungs- und seminarthemen schaut, dann merkt man schnell, dass hier die gesamte medizin im kinderkörper abgehandelt wird. da wird internistisch untersucht, chirurgisch operiert, neuroligisch genervt, nephrologisch beim pullern zugeschaut und und und. ganz schön viel zu tun. da kann ich den kurs gar nicht so sehr 'nebenbei laufen lassen', wie ich es so gern mache. denn wenn ich mir das alles erst am ende des kurses angucke, um die klausur zu bestehen, wäre das fast nicht zu schaffen. also bereite ich mich immer schön auf meine pflichtseminare vor, die ich jede woche habe und versuche auch bei der üblichen wochenbeschäftigung auf station&co. einiges mitzunehmen. die ärzte sind wie immer sehr bemüht, zeigen viel, nehmen sich zeit und geben einen ganz guten überblick der kinderheilkunde. bis jetzt war ich auf der kinderchirurgie eingeteilt; hab mir kleine kinder auf der intensivstation angeschaut, die schon in den ersten tagen ein maximum an medizinischer versorgung nötig hatten, weil zum beispiel ihr herz nicht richtig arbeitete oder die lungen versagten; ich war beim kinderherzultraschall; hab mir das 'normale arztleben' in einer kinderarztpraxis in einem vorort von göteborg angeschaut und auch schon ein wenig selbst untersucht. ich habe kinder pupsen gehört; mir angeschaut, wie sie sich oder ihre eltern vollsabbern und dabei trotzdem süß aussehen; ich habe neugierige kinder gesehen und auch ganz doll grimmige kinder; manche waren süß, manche waren nicht so süß; ich wurde angepullert. und dabei habe ich einen großteil des kurses noch vor mir. nächste woche wird erstmal ein kleiner röntgenkurs eingeschoben. zur abwechslung sozusagen. danach geht es weiter mit der arbeit auf einer neugeborenenstation, ich werde nochmal eine woche in borås sein; schließlich auf der 'normalen' station arbeiten und noch ein wenig zeit in der notaufnahme verbringen. und dann ist am 20. mai alles vorbei.

die letzten wochen waren auch ziemlich musikalisch angehaucht. zuerst waren wir beim 'tree evening', einer veranstaltung, die für ein umweltprojekt in afrika ausgerichtet wurde. die gesamten einnahmen gingen an dieses projekt. an diesem abend traten viele schwedische musiker aus göteborg und dem rest schwedens auf. insgesamt waren es 6 künstler/bands. so haben wir unter anderem 'bye bye bicycle', 'jaqee' und 'jose gonzales' gesehen. letzterer war besonders beeindruckend. den ganzen abend über wurde relativ tanzbare schunkelmusik gespielt und sich entsprechend bewegt. als dann aber als letzter künstler jose gonzales die bühne betrat, wurde es auf einmal ganz still. ich hatte schon gehört, dass er ursprünglich aus göteborg kommt und deswegen besonders viel anerkennung bei den 'einheimischen' genießt. so viel andacht hatte ich aber nicht erwartet. es war aber auch schön, wie er da vorne saß, in schwarz, ganz alleine auf der bühne, mit seiner zusammengeklebten konzertgitarre und mit seinen ruhigen songs, die leute zum schweigen brachte. wow. ein paar tage später haben wir 'get well soon' spielen sehen. das war auch ein sehr besonderes konzert. einerseits weil wir uns eine deutsche band mit englischen texten in schweden ansahen. andererseits weil nur geschätzte 40 leute da waren, die band aber ein unglaublich tolles konzert mit einigen flachen witzen, einer tollen leinwandillustrierung ihrer lieder und einer teilweise erdrückenden stimmung absolvierte. es war sehr, sehr schön.

ostern verbrachte ich mit kathi, kerstin und marcus in einer kleinen hütte in der nähe von kristianstad im südosten schwedens. wir hatten uns einige wochen vorher dieses häuschen rausgesucht, weil es strategisch günstig lag, um die gegend zu erkunden und weil es unerhört billig war. also ging es voller vorfreude am donnerstag nach dem letzten seminar mit dem mietauto los. in der beifahrerhand eine google-maps-wegbeschreibung. der nachmittagssonne entgegen, mit nur wenigen autos auf der autobahn, vorbei an rehen&co. in richtung südschweden, wo ürbigens ein ganz lustiger akzent gesprochen wird. da kamen wir uns gar nicht doof vor, wenn wir mit unserem deutsch-akzentigen schwedisch um uns warfen. das haus war allerdings doch schwerer zu finden, als wir dachten. so mussten wir uns den weg ein wenig erfragen. erstaunlich wie freundlich die schweden sind, wenn man abends gegen 21uhr im dunkeln kurz vor ostern mitten auf dem land an der tür klingelt und nach dem weg fragt. da muss man sie sogar davon abhalten, selbst ins auto zu steigen und uns den weg zu zeigen. wirklich toll. als wir dann unser haus erreichten, mussten wir feststellen, dass unser vermieter gar nicht bescheid wusste, dass wir kommen, obwohl wir alles von der miet-urlaubs-agentur bestätigt bekamen. naja, somit war am ersten abend noch ein wenig frieren angesagt, weil das haus seit langer zeit nicht geheizt wurde und der kamin auch eine weile brauchte, ehe er lief. aber dann hatten wir ein paar sehr schöne tage. wir haben uns kristianstad angeschaut, waren in verschiedenen kirchen, sind durch die städte geschlendert, haben lund und malmö gesehen, haben dort noch simon (der die letzten beiden tage mit uns verbrachte) eingesackt, waren am meer, haben bei einem schwedischen griechen gegessen, oft den kamin beheizt, viel gespielt, der sonne entgegengelacht, dem regen zugeschaut und die zeit genossen. wunderbar.

hier gibt es das alles zu sehen.

musik der letzten tage, die mich durch meine melancholische grundstimmung begleitet haben:

amy macdonald - no roots.
kashmir - still boy.
jose gonzales - crosses.

bis bald!

Freitag, 19. März 2010

mit dem warmen blick nach vorn.

ich habe heut den müll rausgebracht. es hatte sich einiges angestaut. bei der gelegenheit hab ich auch meinen schreibtischpapierkorb geleert, der hier schon seit knapp einem monat förmlich überquillt. als ich dann schon im treppenhaus war, bemerkte ich, dass ich nur einen pullover und keine jacke an hatte. aber das war ok. denn es war mild draußen. es war mild! hach, das war ein schönes gefühl. heut nacht hat es auch geregnet, sodass es dem schnee, der noch rumliegt, so langsam an den kragen geht. toll. an diesem wochenende werde ich auch einen kleinen frühlingsputz in meinem zimmer machen. ich schreibe das, weil ich mir dadurch druck mache. die erfolgsaussichten auf die durchführung meiner tat erhöhen sich dadurch immens.

mein wochenende wird diesmal frei von unigedanken sein. ich muss nicht lernen. mal sehen, was so ansteht. dir, lieber blogleser, wünsche ich an dieser stelle ein tolles wochenende. ich spreche dich hiermit direkt an, um eine noch tiefere bindung zwischen dir, dem leser, und mir, dem schreiber, zu schaffen. das ist doch schön. es ist die zwischenmenschlichkeit, die zählt...

...und diese musik, die mich in meiner aktuellen elektrophase begleitet:

pantha du prince - suzan
paul kalkbrenner - the palisades

also, viel spass beim frühling genießen.

Mittwoch, 17. März 2010

es wird.

irgendwie hatte ich mir das mit der gyn-prüfung anders vorgestellt. wir mussten in 2er-teams an 4 stationen antreten. dort wurden wir jeweils von einem arzt ein wenig ausgequetscht. fragen zu gebärmutterhalskrebs, menstruationszyklus, geburtsüberwachung, usw. ich war mit lena in einer gruppe. zu zweit durchliefen wir also diesen dschungel von fragen. zugegeben, das war nicht immer leicht. an einer station haben wir uns auch alles andere als mit ruhm bekleckert. aber das war ok. denn wir mussten nur 3 der 4 stationen bestehen. so fühlte es sich auch irgendwie an. zumindest was unsere einschätzung der situation anging. naja. lena hat bestanden. ich nicht. somit hatte ich heute nochmal ein privatvorsprechen beim gyn-chef, welcher mich 2 kleine fragen fragte, die ich ihm auch schon am freitag hätte beantworten können. somit hätte ich mir das erneute lernwochenende sparen können. egal. nun hab ich bestanden. und kann mich in gedanken immer weiter von der gynäkologie entfernen.

somit war das letzte wochenende also ziemlich trist. ein wenig weggehen hier, ein bisschen lernen da. dafür hab ich allerdings das vorletzte wochenende mit franzi umso mehr genossen. da sie uns frühlingshaftes wetter nach göteborg mitgebracht hatte, waren wir viel draußen unterwegs. also ab in die altstadt, zum hafen, durch die innenstadt schlendern, auf die schären, mit der fähre durch die eisschollen, durch den schnee, über das gefrorene meer, der sonne entgegen, unterm blauen himmel, die mützen tief im gesicht, im park spazieren gehen, elche gucken, enten anstarren, am krankenhaus vorbei, im haga promenieren, an den café-sonnenanbetern vorbei zum all-you-can-eat-kuchen-buffet in der villa villekulla. sehr schön und entspannend.

hier gibt es einige ausgewählte fotos von beschriebenem wochenende.

der pädiatriekurs läuft mittlerweile auf hochtouren. diese woche haben wir wieder einführungsvorlesungen. danach gehts dann wieder richtig los. wir sind diesmal auch auf andere krankenhäuser um göteborg ausgelagert, weil es nicht so viele mit kinderschwerpunkt in der stadt gibt. somit werde ich auch wieder nach borås fahren und alte sprachkurserinnerungen aufleben lassen. heute hatten wir eine äußerst interessante vorlesung, die zwar possierlich aber zugleich seltsam war. es ging um die 'psychomotorische entwicklung des kindes'. also welche stufen durchläuft so ein kind. ab wann krabbelt es, wann läuft es, wann gibt es laute von sich, wann kann es dinge mit den augen fixieren und auch greifen. um das ganze anschaulich zu gestalten wurde uns der 'kinderzirkus' präsentiert. die dozenten haben im ganzen krankenhaus kinder der entsprechenden alters- und entwicklungsstufen aufgetrieben und diese dann nacheinander in den vorlesungssaal geholt, um uns an ihnen die spezifischen merkmale und klinischen tests zu zeigen. wir haben also heute vom 1-tag-alten neugeborenen bis zum 3-jährigen alles gesehen, was es so gibt. ich glaube, wir haben uns 8 kinder angeschaut. sehr interessant, aber auch seltsam. immer wieder kam ein etwas größeres kind durch die tür, welches ein klein wenig mehr konnte als das kind davor. evolution sozusagen.

wir werden bei diesem kurs bestens versorgt. am montag gab es zur begrüßung gleich mal kaffee und belegte brötchen. heute wurden sogar kanelbullar (zimtschnecken) zum 'fika' aufgetischt. echt lecker.

ansonsten kann ich verkünden, dass sich der frühling langsam einstellt in göteborg. es ist zwar teilweise noch sehr kalt. heute morgen waren es -6°. aber die sonne scheint ganz oft und schmilzt den doofen schnee langsam weg. die fußwege werden wieder begehbar, wenn man von den ganzen kieselmassen absieht, die während des winters verteilt wurden. den göteborgern sieht man aber auch an, dass sie nach diesem ungewöhlich langen winter, nach sonne lechzen. die cafés werden mittlerweile wieder auf der außenterrasse bevölkert. mit decken&co. und an jeder tramhaltestelle sieht man menschen, die ihre nasen in richtung sonne strecken. es wird!

musik der letzten woche. da ich ja eigentlich lernen musste, hab ich mich natürlich mit verschiedensten sachen abgelenkt und unter anderem diese fußwipper hier entdeckt. vielleicht pfeifen es teilweise ja schon die spatzen von den deutschen dächern, aber ich habs erst jetzt gesehen:

kate nash - do wah do (hmm, tja, mmh, blubb)

amy macdonald - don't tell me that it's over (wow, tolles lied, tolle stimme, wie beim ersten album. verblüffend finde ich nur, wie sehr sie abgenommen hat. sieht ja nach nichts mehr aus.)

moderat - rusty nails (elektronische musik, die mich heut abend nicht mehr losgelassen hat. wie toll ist das denn bitte.)

damit ist dieser beitrag für heute zu ende geschrieben. vielen dank für deine aufmerksamkeit. bis zum nächsten mal.

Freitag, 5. März 2010

ach scheiße, mach was du willst.

endlich hab ich mal wieder ein paar minuten zeit gefunden, um den blog zu aktualisieren. es ging heiß her in letzter zeit. am vorletzten wochenende haben sich matze und ich noch ein wenig die zeit vergnügt. so konnte ich matze in das hiesige heimatkundemuseum schleppen, dessen besuch er in vollen zügen genossen hat. das war ein schöner nachmittag mit vielen netten worten und komplimenten. leider hat er uns verboten, vergleiche zwischen lustigen tieren im museum und uns selbst zu ziehen. den einen oder anderen witz hätte ich an der stelle nämlich noch zünden können. naja. aber wir haben selbstredend noch einige cafés in göteborg unsicher gemacht und romantische spaziergänge in der winterlandschaft genossen. schön wars.

einige bilder davon gibt es hier.

am letzten wochenende habe ich dann einen kurzen abstecher nach krakau gemacht. krakau?, mag der eine oder andere leser jetzt denken. ja, krakau! joanna macht dort ihr erasmus-jahr. also haben sich cata (aus amsterdam), paul (aus berlin) und ich (aus göteborg, übrigens) auf den weg richtung polen gemacht. die wiedersehensfreude war natürlich riesig, weil wir alle seit letztem sommer nichts mehr zusammen gemacht haben. joanna hatte sich ein tolles sightseeingprogramm ausgedacht und so haben wir die tage bei sonnenschein und frühlingshaften gefühlen in der stadt verbracht. krakau ist sehr sehenswert. eine unglaublich geschichtsträchtige stadt, mit einer tollen altstadt, einem interessanten alten jüdischen viertel, vielen kirchen und und und. meist haben wir uns nach diesen tagestouren eine kleine abendliche stärkung gegönnt (z.b. piroggen). und anschließend wurde dann ein frisches leibchen übergestreift, um frisch in das nachtleben abzutauchen. in polen ist alkohol übrigens vergleichsweise sehr günstig. nicht dass wir es ausgenutzt hätten. nur so zur info.

am montag ging es dann zurück nach berlin. die sicherheitskontrolle in krakau wurde durch das militär gemacht. so unfreundlich wurde ich auch noch nie abgefertigt. aber naja, das war schnell vergessen, als mich in berlin-tegel max abgeholt hat, um einen tollen abend zu verbringen. mit allem drum und dran. auto fahren, der berliner abendsonne entgegen, dürüm essen, quatschen, billard spielen, auf dem balkon sitzen, im alten bett schlafen, mit diesem tollen gefühl aufwachen, aus der lieblingsmüslischale frühstücken. hach ja. da kommt schon ein wenig vorfreude auf den sommer hoch. viel zu kurz war die zeit. und schon saß ich wieder im flieger richtung göteborg.

hier ein paar bilder aus krakau und ein bild aus berlin.

jetzt nochmal durchstarten. nächsten freitag kommt die gyn-prüfung. mündlich. aber morgen kommt erstmal franzi. darauf freue ich mich schon sehr.

da die begeisterung für meine musikalischen beiträge hier ja gar nicht abzureißen scheint, kommen an dieser stelle 3 lieder, die mich durch die letzten beiden wochen gebracht haben,

marina and the diamonds - i am not a robot (tolles album, wahnsinnsstimme).
bombay bicycle club - dust on the ground (wow, was für ein video).
fertig, los! - die anderen (da bleibt mir die spucke weg).

Samstag, 20. Februar 2010

es hört nicht auf.

es schneit. seit gestern. unaufhörlich. anfangs kleine flocken. mittlerweile sind sie dick. erneuter wintereinbruch in westschweden. normalerweise guckt man sich so etwas ja ganz gerne an, wenn man es durch ein fenster sieht. von der warmen seite aus. unangenehmer ist es, wenn man samstag morgens kurz vor 8 aus dem haus muss. so wie ich. ich hatte dienst. im östra-krankenhaus, welches schön weit vom wohnheim entfernt liegt. laut plan brauchte ich für die strecke knappe 40 minuten. da der gesamte nahverkehr zusammengebrochen ist, habe ich am ende nochmal 2 volle stunden drauf gelegt. trams kamen die berge nicht mehr hoch. busse fielen wegen der kälte aus. so mag man doch einen samstag vormittag erleben. als ich dann 2h zu spät im krankenhaus ankam, bemerkte ich schnell, dass meine ärztin eh nicht wusste, dass sie heute einen medizinstudenten dabei hat. zudem war auch noch extrem viel los. kurzum: ich lief mit, hoch, runter, immer wieder, stellte ein, zwei fragen, bekam diese auch beantwortet, durfte nichts machen. toll. letztlich habe ich heute knapp 3 1/2h in trams und bussen verbracht. ein doofer tag. jetzt gehts mit matze weg. da kann es nur besser werden.

samstags wird übrigens nur sporadisch geräumt. teilweise konnten sich die tramtüren nicht öffnen wegen dem schnee. außerdem stiefelt man auf einigen wegen mehr als knöchelhoch durch den schnee. schön mit nassen füßen später. ich hab auch autos gesehen, die auf den tramschienen gefahren sind, weil sie diese für die straße hielten. es war einfach nichts mehr zu erkennen. hach. irgendwann reicht es auch.

musik des tages:

mumm-ra - she's got you high.